Grundbeleuchtung im Schlafzimmer und Farbwahrnehmung
Die Beleuchtung im Schlafzimmer wird meist nach Gemütlichkeit ausgewählt. Warmes, indirektes Licht wirkt beruhigend, hilft beim Einschlafen und lässt den Raum einladend erscheinen. Genau diese Eigenschaft wird zum Problem, sobald man morgens vor dem offenen Kleiderschrank steht. Denn dasselbe warme Licht, das abends entspannt, verfälscht tagsüber die Farben der Kleidung erheblich. Ein Hemd, das im Schlafzimmer dunkelblau aussieht, kann im Tageslicht plötzlich grau oder grünlich wirken. Wer sich auf sein Gefühl verlässt, trägt die falsche Farbe den ganzen Tag mit sich herum.
Verantwortlich dafür ist die spektrale Zusammensetzung des Lichts. Glühlampen und viele warmweiße LEDs geben überproportional viel Rot- und Gelbanteil ab und nur wenig Blau. Rote und gelbe Stoffe werden dadurch kräftiger dargestellt, blaue und grüne Töne verlieren an Sättigung und erscheinen stumpf. Hinzu kommt die Farbwiedergabe, angegeben als CRI-Wert. Liegt dieser unter 90, werden einzelne Farbnuancen schlicht nicht wiedergegeben. Ein dunkles Anthrazit und ein tiefes Navy lassen sich dann kaum noch unterscheiden, obwohl sie im Tageslicht völlig verschieden wirken. Wer morgens sicher gehen will, findet unter Kleidungsfarben am Morgen richtig erkennen praktische Hinweise zu diesem Thema.
Die Lösung liegt nicht zwangsläufig in einer kompletten Neuverkabelung. Eine Leuchte mit hohem CRI-Wert und einer Farbtemperatur um 4000 Kelvin in der Nähe des Schranks reicht häufig aus, um die Wahrnehmung deutlich zu verbessern. Wer morgens ohnehin Tageslicht hat, sollte den Schrank möglichst so stellen, dass die Kleidung nicht im Schatten liegt. Ein zusätzlicher Spiegel mit neutraler Umgebungsbeleuchtung hilft, das Outfit vor dem Verlassen des Raums noch einmal zu prüfen. Entscheidend ist, dass das Licht am Schrank eine andere Aufgabe hat als das Licht am Bett: Es muss Farben zeigen, nicht Stimmung erzeugen.
Wer diese Trennung einmal umgesetzt hat, merkt schnell, wie sehr sie den Alltag vereinfacht. Die morgendliche Unsicherheit vor dem Spiegel verschwindet, weil die Farben im Schlafzimmer nun dem entsprechen, was draußen tatsächlich zu sehen ist. Das spart Zeit, vermeidet Fehlkäufe und beendet das Rätselraten darüber, ob das Sakko nun braun oder doch eher grau ist.